Damals....

Wie soll ich anfangen? Die Frage aller Fragen… ob meine Geschichte jemanden da draußen interessiert weiß ich auch nicht, aber ich glaube das Schreiben ist auch gar nicht dafür da, sondern mehr um mir etwas von der Seele zu reden, was mich beschäftigt und ich sonst so gut wie keinem erzählen kann. Aber von vorne….

Über mich habe ich euch ja bereits etwas erzählt und auch über meinen Job. Vertriebsinnendienst und Vertriebsplanung.... Das hört sich im ersten Moment interessanter an als es tatsächlich ist. Aber da die Arbeit in meiner Geschichte eine größere Rolle einnimmt, erkläre ich kurz was ich genau mache: Ich bin zuständig für temporäre Aufgaben oder auch Projekte, die sich mit der Zukunft, den Zielen und der Strategie unseres Unternehmens beschäftigen. Sprich ich erarbeite Maßnahmen und Verbesserungsvorschläge im Team, um die obersten Unternehmensziele zu erreichen. Diese Tätigkeit findet vor allem im Bereich des Vertriebs statt. Wir betrachten Prozesse, Marktentwicklungen und auch sonstige Einflussfaktoren, um hieraus Schlüsse für die Zukunft zu ziehen. Nebenbei unterstütze ich außerdem den direkten Vertrieb. Ich mache diesen Job seit meinem Abschluss an der Uni und die Aufgaben erhalte ich vor allem durch meinen Chef – Bastian. Zu Beginn meiner Arbeit war ich noch direkt im Vertrieb angesiedelt. Es ging mir lediglich darum in das Team zu kommen, da ich mich sehr gut mit den Männern verstehe und ganz nebenbei auch Alina als einzige Frau (vor mir) im Vertrieb arbeitet. Mein Aufgabengebiet hat sich erst nach einem Jahr, eben durch meinen Chef Bastian erweitert. Von unserem ersten Gespräch über meine Stelle an, war für ihn klar, dass ich nicht Vollzeit im Vertrieb arbeiten sollte, sondern meine Fähigkeiten nutzen und für das Erreichen der Unternehmensziele einsetzen soll. Das ist eines der Dinge, die ihn als Führungskraft in unserem Unternehmen tatsächlich hervorheben. Er sieht nicht nur die Arbeit, die man täglich erledigt, sondern auch die Potenziale. Auffällig hierbei ist, dass er nicht viel mit seinen Mitarbeitern reden muss, um genau zu wissen, wie diese ticken. Er erkennt den Charakter, die Stärken, die Schwächen und das was jeden Einzelnen bewegt sehr genau. Bastian hat also eine Auffassungsgabe und eine Menschenkenntnis, die man ihm so schnell nicht nachmachen kann. Ich glaube genau das ist der Grund, weshalb er sehr erfolgreich in seinem Job arbeitet und es auch noch weit bringen wird. Mal ganz abgesehen davon, dass er eines der schwierigsten Teams in unserem Hause leiten muss und dies trotzdem ohne Probleme kann. Ihm ist der komplette Innendienst sowie auch Teile des Controllings unterstellt. Dies bedeutet für mich, dass ich zwar zu seinem Team gehöre, aber hauptsächlich mit den Leuten des direkten Vertriebs zusammenarbeite. Dies ist eine Konstellation, die nur er ermöglicht hat. Denn rein logisch, müsste ich dem Vertriebschef unterstellt sein und dieser ist bekanntlich keine sehr einfache Person – ich habe also Glück. Aber nun genug zu der Organisation, das versteht ihr vielleicht auch alles noch besser, wenn ich zum Kern der Geschichte komme.

Damals als ich angefangen habe in diesem Bereich war ich total auf Kriegsfuß mit Bastian. Er arbeitet unstrukturiert, verschläft Termine und ist ein typischer Träumer, der glaubt er kann die Welt verändern. Ganz nebenbei ist er auch noch super kompetent, auf seinem Gebiet ein echter Experte, was ihm vermutlich zu der Stelle verholfen hat, die er jetzt hat. Trotzdem hatten wir beide keinen guten Start. Ich sah meinen Aufgabenbereich im Vertrieb und er redete ständig von anderen Dingen die er mit mir vorhatte, die er aber auch nicht benennen konnte. Er sagte also nicht was genau ich seiner Meinung nach tun sollte, sondern immer nur, dass er mich als Chef nie komplett in den Vertrieb abgeben wird und ich Aufgaben von ihm erhalten werde. Ihr könnt euch sicherlich vorstellen, dass dies keine optimale Basis für einen guten Start darstellt. Trotz dieses Starts hat es irgendwie funktioniert. Einen wesentlichen Beitrag hierzu hat Alina geleistet, sie kennt Bastian schon ziemlich lange, ist mit ihm per Du und war schon im Unternehmen als er neu gekommen ist. Während meiner Startschwierigkeiten hat sie dafür gesorgt uns zueinander zu bringen. Sie hat Termine eingestellt in denen es einfach nur darum ging dem anderen seine Erwartungen näher zu bringen. Und es hat tatsächlich geholfen. Sie hat mir geholfen ihn zu verstehen und nun weiß ich, wie ich mit der Situation und ihm umzugehen habe. Prinzipiell ist er eine sehr gute Führungskraft, wenn man von seiner Unorganisiertheit absieht. Hat man ein Problem und spricht dies direkt an, hilft er jedem sofort. In einer Branche wie unserer ist dies viel wert. Weshalb sich mein Bild von ihm auch grundsätzlich gewendet hat.

Aber genug von dem wie alles anfing und wie unser Unternehmen strukturiert ist. Wie ihr euch sicher vorstellen könnt, ist dies nicht mehr das Hauptproblem. Es geht um etwas, das von Beginn an nicht mal ein Thema, ein Gedanke und damit auch nie ein Problem war: Er sieht gut aus. Er ist ziemlich groß, circa 1,90m hat tiefschwarze Haare und strahlendblaue Augen. Das große Thema hierbei ist, mir fiel es zwar schon immer auf, allerdings war er trotzdem für mich nie attraktiv, nicht einmal ansatzweise. Das ist das, was mich schockiert: Wie konnte ich trotz alledem in diese Situation geraten, in der ich jetzt bin? Und um die Katze aus dem Sack zu lassen: Er war bis vorletzte Woche nicht attraktiv für mich, bis es zum Wendepunkt kam: Wir haben uns geküsst. Und dabei sind wir nicht einmal per DU, dass muss man sich mal vorstellen! Der Kuss hat nichts an unserem Verhältnis und unserem Umgang miteinander geändert. Wir duzen uns weiterhin nicht und, es ist zwar schwer vorstellbar, aber wir reden normal miteinander. Kein aus dem Weg gehen, peinliches Schweigen oder Sonstiges. Es hat sich nichts verändert, bis auf ein paar Situationen, in welchen ich glaube, dass wir gerade beide wieder daran denken und uns einfach nur fragen: „Wie konnte das passieren und vor allem warum?“ Ich weiß natürlich nicht wirklich, ob er das denkt, wir reden ja nicht darüber, aber ich kann es in seinen Augen sehen, dass in ihm dasselbe vorgeht wie in mir. Jetzt fragt ihr euch sicher, wie das denn passieren kann, wenn man sich nicht einmal duzt und er zwar mein Chef ist wir aber nicht direkt in einem Büro auf engstem Raum sitzen und auch sonst sehr unabhängig arbeiten. Tja, diese Frage kann ich euch leider nicht beantworten, denn auf genau diese Frage suche ich seit 1,5 Wochen eine Antwort. Eine zentrale Rolle dabei spielt sicherlich, wie es dazu gekommen ist und wie unser Verhältnis vorher war, deshalb zurück auf Anfang.

3.2.17 17:34

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